Linien & Führung
Linien, Blickführung und Bildwirkung: ein fotografischer Streifzug durch Bremen zum Thema der Woche.
Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.
Das Thema dieser Woche war Linien und Führung. Für mich ein fotografisch dankbares Thema – wenn mir nicht erst am Samstag eingefallen wäre, dass ich die ganze Woche über noch gar keine Fotos gemacht hatte. Da dieses Thema eher eines für die Stadt ist und ich am Sonntag ohnehin nach Bremen wollte, bin ich einfach drei Stunden früher losgefahren.
Linien haben manchmal „nur“ eine ästhetische Funktion. Oft sind sie aber auch dazu da, Grenzen zu ziehen, einzurahmen oder zu lenken. Im Straßenverkehr, bei Passepartouts, um Bilder besser in Szene zu setzen, oder bei Parkplatzmarkierungen, damit alles seine Ordnung hat.
Fotografisch können Linien ein Bild ordnen, Spannung erzeugen oder den Blick ganz bewusst durch die Szene führen. Gerade bei Architektur, Wegen, Stufen oder Schatten lassen sich solche Linien oft entdecken, wenn man genauer hinschaut.
Normalerweise gehe ich eher nicht mit einem bestimmten Thema im Kopf los, um zu fotografieren. Alles andere auszublenden, ist für meinen Kopf schon eine ziemliche Herausforderung. Ich sehe dann einfach zu viele andere Szenen, die ich fotografieren möchte. Aber: wenig Zeit, darum volle Konzentration. Es hat ein paar Minuten gedauert, bis ich tatsächlich nur noch in Linien gedacht und gesucht habe.
Linien können in ein Bild hineinführen, es gliedern oder den Blick auf ein bestimmtes Detail lenken. Manchmal sind es die naheliegenden Motive wie Treppen, Bordsteine oder Schienen. Manchmal sind es aber auch viel subtilere Strukturen, etwa Lichtkanten, Spiegelungen oder Schattenverläufe.
Ein kleiner, aber hilfreicher Gedanke dabei: Unsere gewohnte Leserichtung von links nach rechts beeinflusst auch, wie wir Bilder wahrnehmen. Wirkt ein Foto zunächst etwas unruhig oder unausgewogen, kann es durch Spiegeln oft sofort harmonischer erscheinen. Manchmal verändert sich die gesamte Bildwirkung dadurch überraschend stark.
In dem folgenden Beispiel kannst du das gern einmal selbst testen: Welches Bild fühlt sich stimmiger an?
Ich hoffe natürlich, dass du das rechte Foto stimmiger findest. 😁 Unser Gehirn kann die Linien dort meist ganz selbstverständlich weiterdenken, während es auf der anderen Seite oft etwas anders wirkt.
Falls Du selbst gern fotografierst: Es lohnt sich, auf den Bildrand zu achten. Besonders spannend wird es oft dann, wenn eine Linie direkt aus einer Ecke ins Bild hineinläuft oder herausläuft. Das kann den Blick stärker ins Motiv hinein- oder hinausziehen. Achte mal darauf, wenn du dir die Bilder in der Galerie anguckst. Solche kleinen Entscheidungen machen oft den Unterschied zwischen einer einfachen Aufnahme und einem Bild mit klarer Führung.
Linien sind überall – aber erst mit dem richtigen Blick werden sie zu einem gestalterischen Element. Auffällig war für mich allerdings, dass ich in der ganzen Zeit nur sehr, sehr wenig diagonale Linien entdeckt habe. Schade eigentlich.
Diese Aufgabe hat mir bisher am meisten Spaß gemacht. Damit ich mir selbst nicht nur die einfachen Aufgaben gebe, lasse ich übrigens Woche für Woche die KI die neue Herausforderung bestimmten. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.
Das nächste Thema lautet: Unschärfe & Bewegung.
Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.
Durch einen Klick auf die Fotos werden sie in voller Größe dargestellt.
Unscheinbare Details
Manches fällt erst auf, wenn man bewusst hinsieht. Genau darum geht es in meinem neuen Beitrag: um den Blick für kleine Dinge im Alltag.
Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.
Das Thema dieser Woche war unscheinbare Details. Und ehrlich gesagt fiel mir das viel schwerer als gedacht.
In erster Linie lag das daran, dass ich das Thema zu sehr zerdacht habe. Durch die jahrelange Hochzeitsfotografie habe ich mehr und mehr gelernt, auf Details zu achten. Mir fallen also ohnehin schon viele der kleinen, unscheinbaren Dinge auf. Was für mich normal ist, ist für andere vielleicht gerade erst das Besondere. Also stellte sich für mich die Frage: Für wen ist etwas überhaupt unscheinbar? Für mich? Für euch? Ich habe mich nach einer anstrengenden Diskussion mit mir selbst am Ende darauf geeinigt, dass der Schwerpunkt eher auf den Details liegt als auf dem Wort unscheinbar.
Hinzu kam noch, dass ich zu wenig Zeit hatte. Nein, das stimmt nicht ganz. Ich hatte keine Lust. Vor allem nicht bei dem eher miesen Wetter. Aber genau das gehört zu diesem Projekt dazu. Einfach loszugehen, auch wenn man gerade keine Lust hat. Oder die Kamera mitzunehmen, obwohl man normalerweise zu so einem Anlass gar nicht fotografieren würde. Nur auf Trauerfeiern würde ich das vielleicht lassen. Vielleicht aber auch nicht.
Jedenfalls kamen am Ende doch ein paar Fotos zusammen. Überraschenderweise sogar zwei aus der sehr minimalistisch eingerichteten Wohnung. Wenn ein Karton schon so kunstvoll gegen die Schlafzimmerwand fliegt, dass der Abdruck wie ein Katzenohr aussieht, dann kann man das natürlich auch nutzen. Der Kartonwerfer ist übrigens auch auf dem Bild. Er glaubt natürlich, ich hätte ihn dabei nicht gesehen.
Und auch das zweite Foto vom Sonnenuntergang, der aus einem Schwarzweiß-Foto im Flur mal eben ein Farbfoto gemacht hat, musste ich festhalten.
Neben dem genauen Hinsehen gehört übrigens auch eine gehörige Portion Zufall dazu. Einen Regenbogen findet man ja nur unter bestimmten Bedingungen. Und gerade bei diesem Bild habe ich mich gefragt, wie unscheinbar er eigentlich sein kann. Für mich ist er fast wie ein Tomatensoßenfleck auf einem weißen Shirt.
Unterm Strich war es eine schöne Herausforderung. Und ich freue mich jetzt schon auf die neue Aufgabe für die nächste Woche. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.
Das nächste Thema lautet: Linien & Führung.
Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.
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Licht & Schatten
Mit diesem Beitrag starte ich eine wöchentliche Reihe mit kleinen Foto-Übungen. Das Thema dieser Woche: Licht und Schatten – und der Versuch, genauer hinzusehen.
Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.
Das Thema dieser Woche war Licht und Schatten. Ein Thema, das im Alltag ständig da ist und doch oft nur dann wirklich auffällt, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzusehen. Tja — und manchmal hat man fast die ganze Woche über einen bewölkten Himmel, wenig Licht und noch weniger Schatten. Dann steht man da und guckt blöd aus der Wäsche. Aber Aufgabe ist Aufgabe.
Außerdem ist fast immer irgendwo ein Schatten. Eher weich und unscheinbar, schwer zu fotografieren, aber eben da. Vielleicht habe ich deshalb noch genauer darauf geachtet, wann die Sonne doch noch durchkam und dunklere Schatten verursachte.
Dann war es manchmal das Licht im Zimmer, das sich auf der Wand spiegelte. Manchmal ein Schatten, der plötzlich viel spannender wirkte als das eigentliche Objekt. Draußen fand ich Motive, die ich ohne diese Aufgabe vermutlich einfach übersehen hätte: eine Taube im Sonnenlicht, auf die ich minutenlang gewartet habe, bis sie endlich ins Licht spazierte, Milo in einem hellen Lichtfenster auf dem Boden meines Arbeitszimmers, eine Straßenlaterne im Gegenlicht vor dem Himmel, eine Packstation mit der eingerahmten Nummer 229 in hartem Licht.
Es geht nicht darum, möglichst viele Bilder zu machen oder etwas Spektakuläres zu finden. Es geht eher darum, den Blick zu schärfen und den Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst im Vorbeigehen verschwinden. Licht und Schatten sind dabei keine Gegensätze, sondern oft das, was ein Motiv überhaupt erst interessant macht.
Am Ende ist genau das für mich der Reiz dieser kleinen Reihe: mit einem Thema loszugehen, ohne schon zu wissen, was daraus wird. Und vielleicht auch daran erinnert zu werden, dass der Alltag voller kleiner schöner Dinge steckt, die wir viel zu selten bewusst wahrnehmen.
Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.
Das nächste Thema lautet: Unscheinbare Details.
Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.
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