Foto-Challenge Andreas Christiansen Foto-Challenge Andreas Christiansen

Muster

Diese Woche geht es in meiner Foto-Challenge um Muster und Wiederholungen, wie sie überall im Alltag auftauchen – auf der Straße, an Fassaden und in kleinen Details.

Straßenübergang mit weißen Zebrastreifen, die sich regelmäßig über den Asphalt wiederholen.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Muster und Wiederholungen klingen erst einmal unfassbar langweilig. In Wirklichkeit sind sie aber ein ziemlich wichtiger Teil davon, wie wir uns in der Welt zurechtfinden – und wie wir fotografieren.

Auch das Fotografieren läuft oft nach einem Muster ab. Zum Beispiel, wenn man das Hauptmotiv immer in der Mitte platziert oder die Drittel-Regel anwendet. Und auch im Alltag gibt es Muster, die uns ein gutes Gefühl oder Sicherheit geben – wenn ich zum Beispiel „Guten Morgen, Alexa“ sage und meine Lieblingsplaylist läuft, während ich den ersten Kaffee mache. Oder wenn ich mir relativ sicher sein kann, dass die Autofahrer vor dem Zebrastreifen stehenbleiben, während ich über die Straße laufe.

Zebrastreifen funktionieren nur, weil sich die weißen Linien klar und regelmäßig wiederholen. Wir wissen aus der Ferne, was sie bedeuten, lange bevor wir die einzelnen Details wahrnehmen. Viele Dinge im Alltag sind genauso gebaut: Pflastersteine, Fensterreihen, Fassaden – sie nutzen Wiederholung als eine Art visuelle Sprache.

In dieser Woche habe ich versucht, solche Muster zu finden. Ich habe mir Motive gesucht, bei denen die Wiederholung klar sichtbar ist: Streifen, Raster, Lichter, die in Reihen auftauchen. Statt nach dem „einen besonderen Moment“ zu suchen, ging es darum, das zu fotografieren, was ständig da ist – und gerade deshalb leicht übersehen wird.

Spannend wird es immer dann, wenn ein Muster aus der Reihe fällt. Ein Schatten, der anders verläuft, eine Linie, die plötzlich bricht, ein gestreiftes Detail, das sich bewegt, während der Rest ruhig bleibt. Genau in diesem Moment kippt das Bild von „Ordnung“ zu „Geschichte“ – ohne dass ich viel erklären muss. Zum Beispiel, wenn bei einer Hausfassade ein Fenster gekippt ist, während alle anderen geschlossen sind.

Je länger ich mich mit den Wiederholungen beschäftige, desto klarer wird mir, wie wenig sie von sich aus Aufmerksamkeit einfordern. Das Gehirn erkennt Zebrastreifen oder andere Muster im Hintergrund und ordnet sie ein, ohne zu hinterfragen, warum die Pflastersteine so angeordnet sind oder warum die Fenster des Hauses alle auf die gleiche Art und Weise angeordnet sind.

Um sie wirklich wahrzunehmen, muss ich langsamer werden und hinschauen.

Vielleicht ist das am Ende die eigentliche Aufgabe dieser Woche gewesen: nicht neue Motive zu finden, sondern die alten so lange anzusehen, bis ihre Muster sichtbar werden.

Das nächste Thema lautet: Spuren und Abnutzung.

Das Ergebnis gibt es in zwei Wochen. Ich habe den Zeitrahmen etwas erweitert, um ein wenig mehr Luft für die Aufgabe zu haben. Vielleicht hast Du ja Lust mitzumachen. Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.

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Die Farbe Grün

Ich war mit Grün nie besonders befreundet. Für die Fotochallenge habe ich mich trotzdem auf die Suche gemacht – und gemerkt, wie viel unscheinbares Grün mich im Alltag begleitet.

Nahaufnahme grüner Blätter mit weichen Linien und dezenten Schattierungen.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Ich war mit Grün noch nie wirklich warm. Es gibt ein paar Töne, die ich mag – Oliv, Efeu, eher zurückhaltend und leise. Aber das meiste Grün in meinem Alltag wirkt auf mich, als würde es mich anschreien. Sehr präsent, sehr gelblich, sehr „Hier bin ich!“. In meinen Fotos mochte ich das selten. Gerade bei Hochzeiten im Sommer habe ich die Grüntöne oft ziemlich verändert. Schließlich sollte das Brautpaar leuchten, nicht die Wiese im Hintergrund.

Als ich durch die Straßen ging und bewusst nach Grün suchte, habe ich erst gemerkt, wie sehr mich diese Farbe sonst nur am Rand begleitet. Plötzlich war sie überall: an Containern, Tonnen, Schildern, in Blättern, auf Buchrücken. Vieles davon würde ich mir nie als „schönes Motiv“ aussuchen, und genau das fand ich spannend. Die Bilder dieser Woche sind nicht spektakulär, nicht besonders hübsch, sondern eher: da. Genau darum ging es diesmal – etwas einfach nur abzubilden, ohne große Geschichte, ohne Interpretation. Grün um des Grüntons willen.

Trotzdem hat die Aufgabe etwas mit mir gemacht. Nach zwei Wochen bewusster Grün-Suche hat sich mein Verhältnis zu dieser Farbe ein bisschen verschoben. Ich mag sie immer noch nicht in jeder Variante, aber ich sehe sie inzwischen anders. Und ja, seit ein paar Tagen hängt sogar ein grünes T-Shirt in meinem Kleiderschrank. Das hätte ich vorher auch nicht gedacht.

Das nächste Thema lautet: Wiederholungen & Muster.

Ich habe noch keine Idee, wie ich das umsetzen werde. Vielleicht hast Du ja Lust mitzumachen. Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.

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Der Moment erzählt eine Geschichte

Manchmal reicht ein Bild, wenn es etwas offenlässt. Für die Fotochallenge dieser Woche geht es um Momente, die eine Geschichte erzählen.

Krankenwagen bahnt sich den Weg durch den Stau. Foto-Challenge: Der Moment erzählt eine Geschichte.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Ich wusste, dass die Wochenaufgabe nicht einfach würde. Dass sie aber so herausfordernd ist, dass ich sie fast ausfallen lasse, hätte ich nicht gedacht.

Um Fotos zu machen, die eine Geschichte erzählen, braucht es schon ein paar Zutaten: eine zufällige Szene, ein passendes Motiv, ein bisschen Fantasie und manchmal auch Geduld. Die Alternative wäre, eine Szene zu inszenieren. Ich kann zwar eine Kaffeetasse so halten, dass es ganz nett auf einem Foto aussieht. Aber im Inszenieren bin ich wirklich nicht gut. Ich könnte das vermutlich lernen, möchte es aber nicht. Ich fotografiere, um Momente festzuhalten — nicht, um sie zu erschaffen. Das war auch schon bei den Hochzeiten so: den Tag festhalten, sehr gern. Die Paarfotos — ein Muss.

Am liebsten wäre ich in der Woche einfach losgezogen, hätte mich auf ein Straßenfest gestürzt, ins Einkaufsgetümmel oder irgendwohin, wo etwas passiert. Die Wirklichkeit sah anders aus. Es gab — bis auf ganz wenige Ausnahmen — ein Bewegungsdreieck zwischen Zuhause, Arbeit und Supermarkt. Zuhause passiert nicht so wahnsinnig viel, was sich für so ein Foto eignet. Und die Orchidee im Bad, die mit Hilfe einer getigerten Fellnase schon vor einiger Zeit von der Fensterbank auf den Fußboden befördert wurde, kam für diese Aufgabe leider nicht in Frage.

Auf der Arbeit wird nicht fotografiert. Höchstens in der Mittagspause, die ich gern auf dem Friedhof verbringe. Dort passiert nichts. Und genau das mag ich manchmal sehr. Auf dem Arbeitsweg musste sich dann erst ein Rettungswagen zufällig den Weg bahnen, damit überhaupt ein Teil meiner Challenge entstehen konnte. Auch das hätte ich mir anders gewünscht. Ich hätte das Fahrzeug lieber mit längerer Belichtungszeit in Bewegung unscharf gehabt und einen anderen Bildausschnitt gewählt. Die Realität sah anders aus: Die Kamera war im Rucksack auf dem Rücksitz. Sie nach vorn zu holen, hätte mich fast einen ausgekugelten Arm gekostet. Und bis ich sie draußen hatte, war die Szene schon fast wieder vorbei. Also lieber das Foto als gar keins.

Und dieses Foto war bis heute Mittag auch noch das einzige. Bis die Katzen auf den Balkon wollten und sich zumindest noch eine kleine Szene ergab, über die man ein bisschen nachdenken kann.

Es ist relativ einfach, eine Szene abzubilden. Es ist auch relativ einfach, mit mehreren Fotos eine Geschichte zu erzählen. Mit einem Foto ist das schon fast die Königsdisziplin in der Reportage- oder Alltagsfotografie.

Ich habe sie nicht zu meiner vollen Zufriedenheit erfüllt. Aber es geht hier nicht um perfekte Ergebnisse, sondern ums Üben und Dranbleiben. Und deshalb mache ich jetzt einen Haken dran und freue mich auf die nächste Aufgabe. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Die Farbe Grün.

Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.

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Unschärfe und Bewegung

Ein paar Gedanken zu Bildern, die nicht perfekt sind, aber dafür umso mehr Stimmung mitbringen.

Ein Kaffee in der Unschärfe

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Eine unglaubliche Schärfe, hochauflösende Sensoren – damit werben in der Regel alle Kamerahersteller, wenn eine neue Kamera auf den Markt kommt. Und ja, in bestimmten Bereichen der Fotografie ist das auch total wichtig. Vor allem dann, wenn es darum geht, Gegenstände möglichst präzise abzubilden. Technische Perfektion hat ihren Platz, und natürlich faszinieren mich auch Bilder, wenn sie gestochen scharf ein schönes Motiv zeigen. Eigentlich mag ich scharfes Essen aber lieber, als scharfe Bilder.

Wenn ich mir meine vielen Fotos auf den Festplatten ansehe oder durch die Fotobücher anderer Fotografen blättere, machen mich andere Bilder viel glücklicher. Es sind die unscharfen und unperfekten Fotos, die ich wirklich liebe. Diese Art von Bildern transportiert für mich Situationen und Emotionen viel direkter. Sie fühlen sich weniger nach „abgebildet“ an und mehr nach „erlebt“.

Besonders gut funktioniert das für mich, wenn Menschen oder Tiere im Spiel sind. Ein Blick, eine Bewegung, eine kleine Geste – all das wirkt in einem unscharfen Bild oft sogar stärker als in einem perfekt scharfen. Genau deshalb mag ich auch Momente, die ein bisschen nach Alltag klingen, aber trotzdem etwas Besonderes haben. Eine Katze, die sich auf dem Bett mit ihrer Maus zusammenrollt. Ein Kaffee, der gerade zubereitet wird. Ein Stück Wiese mit blauen Blüten. Oder ein Himmel, der einfach schwer und dicht wirkt.

Dabei spielt für mich der Grund der Unschärfe kaum eine Rolle. Ob die Belichtungszeit zu lang war, weil das Licht nicht gereicht hat. Ob es eine bewusste künstlerische Entscheidung war. Ob sich das Motiv im entscheidenden Moment zu schnell bewegt hat. Oder ob die Kamera absichtlich verrissen wurde, um genau diesen Effekt zu bekommen. Ich mag alle Varianten, solange am Ende etwas entsteht, das mehr Atmosphäre als Perfektion mitbringt.

Wenn dann noch eine ordentliche Körnung dazukommt, hat man mich. Dieser typische Look analoger Fotos von vor zwanzig Jahren oder mehr hat einfach etwas. Diese Bilder haben Charakter Sie wirken für mich ehrlicher, lebendiger und manchmal auch ein bisschen näher an der Erinnerung selbst.

Nicht jedes gute Foto muss gestochen scharf sein. Manchmal ist gerade das Unklare das, was ein Bild interessant macht. Die feine Unschärfe, die Bewegung oder die leichte Unruhe lassen Raum für Stimmung und Interpretation. Und genau das sind oft die Bilder, die am längsten im Kopf bleiben.

Diese Aufgabe konnte ich fast “nebenbei” erfüllen. In der nächsten Woche wird es dagegen schon anspruchsvoller. Ein Thema, bei dem ich die Kamera wohl überall mit hinnehmen werde. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Der Moment erzählt eine Geschichte.

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Linien & Führung

Linien, Blickführung und Bildwirkung: ein fotografischer Streifzug durch Bremen zum Thema der Woche.

Breite Steintreppe vor einem modernen Gebäude, mit klarer Linienführung nach oben.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Das Thema dieser Woche war Linien und Führung. Für mich ein fotografisch dankbares Thema – wenn mir nicht erst am Samstag eingefallen wäre, dass ich die ganze Woche über noch gar keine Fotos gemacht hatte. Da dieses Thema eher eines für die Stadt ist und ich am Sonntag ohnehin nach Bremen wollte, bin ich einfach drei Stunden früher losgefahren.

Linien haben manchmal „nur“ eine ästhetische Funktion. Oft sind sie aber auch dazu da, Grenzen zu ziehen, einzurahmen oder zu lenken. Im Straßenverkehr, bei Passepartouts, um Bilder besser in Szene zu setzen, oder bei Parkplatzmarkierungen, damit alles seine Ordnung hat.

Fotografisch können Linien ein Bild ordnen, Spannung erzeugen oder den Blick ganz bewusst durch die Szene führen. Gerade bei Architektur, Wegen, Stufen oder Schatten lassen sich solche Linien oft entdecken, wenn man genauer hinschaut.

Normalerweise gehe ich eher nicht mit einem bestimmten Thema im Kopf los, um zu fotografieren. Alles andere auszublenden, ist für meinen Kopf schon eine ziemliche Herausforderung. Ich sehe dann einfach zu viele andere Szenen, die ich fotografieren möchte. Aber: wenig Zeit, darum volle Konzentration. Es hat ein paar Minuten gedauert, bis ich tatsächlich nur noch in Linien gedacht und gesucht habe.

Linien können in ein Bild hineinführen, es gliedern oder den Blick auf ein bestimmtes Detail lenken. Manchmal sind es die naheliegenden Motive wie Treppen, Bordsteine oder Schienen. Manchmal sind es aber auch viel subtilere Strukturen, etwa Lichtkanten, Spiegelungen oder Schattenverläufe.

Ein kleiner, aber hilfreicher Gedanke dabei: Unsere gewohnte Leserichtung von links nach rechts beeinflusst auch, wie wir Bilder wahrnehmen. Wirkt ein Foto zunächst etwas unruhig oder unausgewogen, kann es durch Spiegeln oft sofort harmonischer erscheinen. Manchmal verändert sich die gesamte Bildwirkung dadurch überraschend stark.

In dem folgenden Beispiel kannst du das gern einmal selbst testen: Welches Bild fühlt sich stimmiger an?

Ich hoffe natürlich, dass du das rechte Foto stimmiger findest. 😁 Unser Gehirn kann die Linien dort meist ganz selbstverständlich weiterdenken, während es auf der anderen Seite oft etwas anders wirkt.

Falls Du selbst gern fotografierst: Es lohnt sich, auf den Bildrand zu achten. Besonders spannend wird es oft dann, wenn eine Linie direkt aus einer Ecke ins Bild hineinläuft oder herausläuft. Das kann den Blick stärker ins Motiv hinein- oder hinausziehen. Achte mal darauf, wenn du dir die Bilder in der Galerie anguckst. Solche kleinen Entscheidungen machen oft den Unterschied zwischen einer einfachen Aufnahme und einem Bild mit klarer Führung.

Linien sind überall – aber erst mit dem richtigen Blick werden sie zu einem gestalterischen Element. Auffällig war für mich allerdings, dass ich in der ganzen Zeit nur sehr, sehr wenig diagonale Linien entdeckt habe. Schade eigentlich.

Diese Aufgabe hat mir bisher am meisten Spaß gemacht. Damit ich mir selbst nicht nur die einfachen Aufgaben gebe, lasse ich übrigens Woche für Woche die KI die neue Herausforderung bestimmten. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Unschärfe & Bewegung.

Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.

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Unscheinbare Details

Manches fällt erst auf, wenn man bewusst hinsieht. Genau darum geht es in meinem neuen Beitrag: um den Blick für kleine Dinge im Alltag.

Ein Abruck an der Wand in Form eines Katzenohres

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Das Thema dieser Woche war unscheinbare Details. Und ehrlich gesagt fiel mir das viel schwerer als gedacht.

In erster Linie lag das daran, dass ich das Thema zu sehr zerdacht habe. Durch die jahrelange Hochzeitsfotografie habe ich mehr und mehr gelernt, auf Details zu achten. Mir fallen also ohnehin schon viele der kleinen, unscheinbaren Dinge auf. Was für mich normal ist, ist für andere vielleicht gerade erst das Besondere. Also stellte sich für mich die Frage: Für wen ist etwas überhaupt unscheinbar? Für mich? Für euch? Ich habe mich nach einer anstrengenden Diskussion mit mir selbst am Ende darauf geeinigt, dass der Schwerpunkt eher auf den Details liegt als auf dem Wort unscheinbar.

Hinzu kam noch, dass ich zu wenig Zeit hatte. Nein, das stimmt nicht ganz. Ich hatte keine Lust. Vor allem nicht bei dem eher miesen Wetter. Aber genau das gehört zu diesem Projekt dazu. Einfach loszugehen, auch wenn man gerade keine Lust hat. Oder die Kamera mitzunehmen, obwohl man normalerweise zu so einem Anlass gar nicht fotografieren würde. Nur auf Trauerfeiern würde ich das vielleicht lassen. Vielleicht aber auch nicht.

Jedenfalls kamen am Ende doch ein paar Fotos zusammen. Überraschenderweise sogar zwei aus der sehr minimalistisch eingerichteten Wohnung. Wenn ein Karton schon so kunstvoll gegen die Schlafzimmerwand fliegt, dass der Abdruck wie ein Katzenohr aussieht, dann kann man das natürlich auch nutzen. Der Kartonwerfer ist übrigens auch auf dem Bild. Er glaubt natürlich, ich hätte ihn dabei nicht gesehen.

Und auch das zweite Foto vom Sonnenuntergang, der aus einem Schwarzweiß-Foto im Flur mal eben ein Farbfoto gemacht hat, musste ich festhalten.

Neben dem genauen Hinsehen gehört übrigens auch eine gehörige Portion Zufall dazu. Einen Regenbogen findet man ja nur unter bestimmten Bedingungen. Und gerade bei diesem Bild habe ich mich gefragt, wie unscheinbar er eigentlich sein kann. Für mich ist er fast wie ein Tomatensoßenfleck auf einem weißen Shirt.

Unterm Strich war es eine schöne Herausforderung. Und ich freue mich jetzt schon auf die neue Aufgabe für die nächste Woche. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Linien & Führung.

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Licht & Schatten

Mit diesem Beitrag starte ich eine wöchentliche Reihe mit kleinen Foto-Übungen. Das Thema dieser Woche: Licht und Schatten – und der Versuch, genauer hinzusehen.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Das Thema dieser Woche war Licht und Schatten. Ein Thema, das im Alltag ständig da ist und doch oft nur dann wirklich auffällt, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzusehen. Tja — und manchmal hat man fast die ganze Woche über einen bewölkten Himmel, wenig Licht und noch weniger Schatten. Dann steht man da und guckt blöd aus der Wäsche. Aber Aufgabe ist Aufgabe.

Außerdem ist fast immer irgendwo ein Schatten. Eher weich und unscheinbar, schwer zu fotografieren, aber eben da. Vielleicht habe ich deshalb noch genauer darauf geachtet, wann die Sonne doch noch durchkam und dunklere Schatten verursachte.

Dann war es manchmal das Licht im Zimmer, das sich auf der Wand spiegelte. Manchmal ein Schatten, der plötzlich viel spannender wirkte als das eigentliche Objekt. Draußen fand ich Motive, die ich ohne diese Aufgabe vermutlich einfach übersehen hätte: eine Taube im Sonnenlicht, auf die ich minutenlang gewartet habe, bis sie endlich ins Licht spazierte, Milo in einem hellen Lichtfenster auf dem Boden meines Arbeitszimmers, eine Straßenlaterne im Gegenlicht vor dem Himmel, eine Packstation mit der eingerahmten Nummer 229 in hartem Licht.

Es geht nicht darum, möglichst viele Bilder zu machen oder etwas Spektakuläres zu finden. Es geht eher darum, den Blick zu schärfen und den Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst im Vorbeigehen verschwinden. Licht und Schatten sind dabei keine Gegensätze, sondern oft das, was ein Motiv überhaupt erst interessant macht.

Am Ende ist genau das für mich der Reiz dieser kleinen Reihe: mit einem Thema loszugehen, ohne schon zu wissen, was daraus wird. Und vielleicht auch daran erinnert zu werden, dass der Alltag voller kleiner schöner Dinge steckt, die wir viel zu selten bewusst wahrnehmen.

Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Unscheinbare Details.

Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.


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Weniger ist mehr

Warum Einschränkungen kreativer machen: Mit nur 10 Sofortbildern durch den Warwer Sand.

Instax mini90 Sofortbildkamera

Ich glaube, dass es glücklicher machen kann, Dinge nicht zu kaufen. Sich bewusst einzuschränken. Nicht so viel zu besitzen.

Das sieht man schon bei Kindern. Je mehr Spielsachen sie haben, desto unkonzentrierter spielen sie. Weil die anderen Spielsachen ablenken. Fehlt etwas, wird es kreativ: Feuerspeiende Drachen tauchen auf, der Kuchen kommt aus dem unsichtbaren Ofen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich stundenlang versuchte, mit den vorhandenen Legosteinen ein Raumschiff zu bauen oder im Zimmer Fußball spielte und dabei in viele verschiedene Rollen schlüpfte.

Natürlich träumt man als Kind davon, alles zu besitzen. In unserer Welt will jeder mehr haben – eine größere Wohnung, Markenklamotten, neues Auto. Doch die Freude hält meist nicht lange. Schon steht der nächste Wunsch bereit. Bei mir ist der Drang nicht wahnsinnig ausgeprägt, aber auch ich bin davon nicht völlig frei.

Ich probiere gern mal bewusst Einschränkungen aus. Zum Beispiel mit wenigen Zutaten kochen, die gerade da sind. Oft sind die einfachen Gerichte die besten.

Heute habe ich mich fotografisch eingeschränkt: Nur die Sofortbildkamera aus der Schublade genommen. Keine Wechselobjektive, keine Nachbearbeitung. Die Filme sind recht teuer, bei grellem Licht kommt sie schlecht klar. Jedes Bild ist eine Überraschung. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um voller Freude loszuziehen? Denkste.

Mit sechs Aufnahmen und einem Ersatzfilm ging ich durch den Warwer Sand. Ich schaute viel bewusster hin, suchte mir den jeweiligen Bildausschnitt genau aus, stellte die Kamera bedacht ein. Ich probierte viele Perspektiven aus, um das beste Licht zu finden. Manchmal war eine Perspektive, die ich sonst nie in Erwägung gezogen hätte. Es gab logischerweise auch Keine hektischen Serienaufnahmen. Nach jedem Auslösen kam das Papier, ich sah kurz zu, während sich das Bild entwickelte – manchmal enttäuscht. Bild für Bild wanderte in die Jackentasche.

Nach einer Stunde war der Film leer. Im Auto holte ich die Fotos hervor. Die Bilder hatten sich nochmal im Laufe der Entwicklungszeit verändert. Nicht perfekt, nicht scharf, nicht optimal belichtet. Aber sie haben einen ganz eigenen Look, den ich wahnsinnig gern mag. Und weil ich mir für jedes Bild Zeit ließ, bleiben mir diese Momente viel länger im Kopf.

Dieser Spaziergang war schöner als viele mit besserem Equipment.

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Langeweile aushalten

Was passiert, wenn plötzlich keine Aufgaben mehr warten? Ein persönlicher Text über Langeweile, Unruhe und den Moment, in dem daraus wieder Lust auf Kreativität wird.

Fahrrad an einem metallenen Geländer mit Blick auf die Überseestadt in Bremen, sonniges Morgenlicht

Zwei Dinge sind als Erwachsener eine echte Herausforderung:

  • In den Zustand völliger Langeweile zu kommen und

  • Ihn auszuhalten.

Mir war gar nicht bewusst, wie negativ das Wort „Langeweile“ eigentlich besetzt ist. Laut Definition ist sie ein unangenehmes Gefühl der Leere, der Eintönigkeit – ein Mangel an Anregung, an Beschäftigung. Kein Wunder also, dass wir sie vermeiden wollen. Doch gleichzeitig frage ich mich: Ist diese Leere wirklich so schlecht? Wenn Kinder Langeweile haben, entsteht oft etwas Neues, etwas Phantasievolles.

Überall hört man von Dauerstress, Überforderung, dem Wunsch nach mehr Zeit für sich selbst – und trotzdem sagen viele: „Wenn ich endlich mal wieder Zeit habe, dann werde ich erstmal…“ und schon ist sie da, die nächste Aufgabe. Dieses Bedürfnis, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Wir sind es gewohnt, ständig etwas zu tun. Stillstand ist der Tod. Das singt sogar Herbert Grönemeyer. Und oft verhalten wir uns genau so: Wir rennen, statt einfach mal stehenzubleiben.

Ich kenne beide Seiten gut. Das Gefühl, immer schneller arbeiten zu müssen, um To-do-Listen abzuarbeiten – und die Frustration, wenn das Ergebnis trotz allem nicht zufriedenstellend ist. Außerdem kann man sich einer Sache sicher sein: Kaum ist etwas geschafft, stehen schon neue Aufgaben an. Trotzdem ist da diese Illusion, man könnte das Ende dieser Liste irgendwann erreichen, wenn man sich nur genug Mühe gibt.

Und dann kam das Gegenteil: Es warteten plötzlich keine dringenden Aufgaben auf mich. Oder die Liste war so kurz, dass man sie kaum so nennen konnte. Auf einmal war da dieser freie Raum – und mit ihm ein mulmiges Gefühl, das sich langsam in schlechtes Gewissen verwandelte. Darf ich das einfach, nichts tun? Sollte ich die Zeit nicht nutzen, um etwas „Sinnvolles“ anzufangen? Selbst oder gerade die Ruhe sollte doch produktiv sein, oder? Nein, das fühlte sich falsch an. Und genau dieses Unbehagen wollte ich verstehen.

Also habe ich versucht, die Langeweile auszuhalten. Ich habe geschlafen, Netflix geschaut, durch Instagram gescrollt – ganz bewusst. Ich wollte spüren, wie es ist, einfach nur da zu sein. Irgendwann merkte ich, dass in dieser Ruhe tatsächlich etwas Neues entstand: der Wunsch, wieder kreativ zu sein. Wieder zu fotografieren.

Ein paar Tage später bin ich morgens nach Bremen in die Überseestadt gefahren. Eine Stunde lang habe ich fotografiert – und dann war der Moment einfach rund. Ich wollte dem alten Muster folgen: die Zeit nutzen, weiterfahren, „mehr draus machen“. Doch diesmal habe ich aufgehört. Ich bin nach Hause gefahren. Zufrieden. Mit ein paar schönen Fotos und einem guten Gefühl.

Dinge anzufangen und zu beenden, wenn sie sich richtig anfühlen – nicht aus Pflicht, nicht im Vergleich zu Anderen, sondern aus mir heraus. Vielleicht ist das die wahre Herausforderung: sich selbst genug zu sein, auch wenn gerade nichts passiert.

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