Licht & Schatten

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Das Thema dieser Woche war Licht und Schatten. Ein Thema, das im Alltag ständig da ist und doch oft nur dann wirklich auffällt, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzusehen. Tja — und manchmal hat man fast die ganze Woche über einen bewölkten Himmel, wenig Licht und noch weniger Schatten. Dann steht man da und guckt blöd aus der Wäsche. Aber Aufgabe ist Aufgabe.

Außerdem ist fast immer irgendwo ein Schatten. Eher weich und unscheinbar, schwer zu fotografieren, aber eben da. Vielleicht habe ich deshalb noch genauer darauf geachtet, wann die Sonne doch noch durchkam und dunklere Schatten verursachte.

Dann war es manchmal das Licht im Zimmer, das sich auf der Wand spiegelte. Manchmal ein Schatten, der plötzlich viel spannender wirkte als das eigentliche Objekt. Draußen fand ich Motive, die ich ohne diese Aufgabe vermutlich einfach übersehen hätte: eine Taube im Sonnenlicht, auf die ich minutenlang gewartet habe, bis sie endlich ins Licht spazierte, Milo in einem hellen Lichtfenster auf dem Boden meines Arbeitszimmers, eine Straßenlaterne im Gegenlicht vor dem Himmel, eine Packstation mit der eingerahmten Nummer 229 in hartem Licht.

Es geht nicht darum, möglichst viele Bilder zu machen oder etwas Spektakuläres zu finden. Es geht eher darum, den Blick zu schärfen und den Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst im Vorbeigehen verschwinden. Licht und Schatten sind dabei keine Gegensätze, sondern oft das, was ein Motiv überhaupt erst interessant macht.

Am Ende ist genau das für mich der Reiz dieser kleinen Reihe: mit einem Thema loszugehen, ohne schon zu wissen, was daraus wird. Und vielleicht auch daran erinnert zu werden, dass der Alltag voller kleiner schöner Dinge steckt, die wir viel zu selten bewusst wahrnehmen.

Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.

Das nächste Thema lautet: Unscheinbare Details.

Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.


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Weniger ist mehr