Unscheinbare Details
Manches fällt erst auf, wenn man bewusst hinsieht. Genau darum geht es in meinem neuen Beitrag: um den Blick für kleine Dinge im Alltag.
Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.
Das Thema dieser Woche war unscheinbare Details. Und ehrlich gesagt fiel mir das viel schwerer als gedacht.
In erster Linie lag das daran, dass ich das Thema zu sehr zerdacht habe. Durch die jahrelange Hochzeitsfotografie habe ich mehr und mehr gelernt, auf Details zu achten. Mir fallen also ohnehin schon viele der kleinen, unscheinbaren Dinge auf. Was für mich normal ist, ist für andere vielleicht gerade erst das Besondere. Also stellte sich für mich die Frage: Für wen ist etwas überhaupt unscheinbar? Für mich? Für euch? Ich habe mich nach einer anstrengenden Diskussion mit mir selbst am Ende darauf geeinigt, dass der Schwerpunkt eher auf den Details liegt als auf dem Wort unscheinbar.
Hinzu kam noch, dass ich zu wenig Zeit hatte. Nein, das stimmt nicht ganz. Ich hatte keine Lust. Vor allem nicht bei dem eher miesen Wetter. Aber genau das gehört zu diesem Projekt dazu. Einfach loszugehen, auch wenn man gerade keine Lust hat. Oder die Kamera mitzunehmen, obwohl man normalerweise zu so einem Anlass gar nicht fotografieren würde. Nur auf Trauerfeiern würde ich das vielleicht lassen. Vielleicht aber auch nicht.
Jedenfalls kamen am Ende doch ein paar Fotos zusammen. Überraschenderweise sogar zwei aus der sehr minimalistisch eingerichteten Wohnung. Wenn ein Karton schon so kunstvoll gegen die Schlafzimmerwand fliegt, dass der Abdruck wie ein Katzenohr aussieht, dann kann man das natürlich auch nutzen. Der Kartonwerfer ist übrigens auch auf dem Bild. Er glaubt natürlich, ich hätte ihn dabei nicht gesehen.
Und auch das zweite Foto vom Sonnenuntergang, der aus einem Schwarzweiß-Foto im Flur mal eben ein Farbfoto gemacht hat, musste ich festhalten.
Neben dem genauen Hinsehen gehört übrigens auch eine gehörige Portion Zufall dazu. Einen Regenbogen findet man ja nur unter bestimmten Bedingungen. Und gerade bei diesem Bild habe ich mich gefragt, wie unscheinbar er eigentlich sein kann. Für mich ist er fast wie ein Tomatensoßenfleck auf einem weißen Shirt.
Unterm Strich war es eine schöne Herausforderung. Und ich freue mich jetzt schon auf die neue Aufgabe für die nächste Woche. Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.
Das nächste Thema lautet: Linien & Führung.
Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.
Durch einen Klick auf die Fotos werden sie in voller Größe dargestellt.
Licht & Schatten
Mit diesem Beitrag starte ich eine wöchentliche Reihe mit kleinen Foto-Übungen. Das Thema dieser Woche: Licht und Schatten – und der Versuch, genauer hinzusehen.
Diese Foto-Reihe ist meine kleine Übung, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.
Das Thema dieser Woche war Licht und Schatten. Ein Thema, das im Alltag ständig da ist und doch oft nur dann wirklich auffällt, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzusehen. Tja — und manchmal hat man fast die ganze Woche über einen bewölkten Himmel, wenig Licht und noch weniger Schatten. Dann steht man da und guckt blöd aus der Wäsche. Aber Aufgabe ist Aufgabe.
Außerdem ist fast immer irgendwo ein Schatten. Eher weich und unscheinbar, schwer zu fotografieren, aber eben da. Vielleicht habe ich deshalb noch genauer darauf geachtet, wann die Sonne doch noch durchkam und dunklere Schatten verursachte.
Dann war es manchmal das Licht im Zimmer, das sich auf der Wand spiegelte. Manchmal ein Schatten, der plötzlich viel spannender wirkte als das eigentliche Objekt. Draußen fand ich Motive, die ich ohne diese Aufgabe vermutlich einfach übersehen hätte: eine Taube im Sonnenlicht, auf die ich minutenlang gewartet habe, bis sie endlich ins Licht spazierte, Milo in einem hellen Lichtfenster auf dem Boden meines Arbeitszimmers, eine Straßenlaterne im Gegenlicht vor dem Himmel, eine Packstation mit der eingerahmten Nummer 229 in hartem Licht.
Es geht nicht darum, möglichst viele Bilder zu machen oder etwas Spektakuläres zu finden. Es geht eher darum, den Blick zu schärfen und den Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst im Vorbeigehen verschwinden. Licht und Schatten sind dabei keine Gegensätze, sondern oft das, was ein Motiv überhaupt erst interessant macht.
Am Ende ist genau das für mich der Reiz dieser kleinen Reihe: mit einem Thema loszugehen, ohne schon zu wissen, was daraus wird. Und vielleicht auch daran erinnert zu werden, dass der Alltag voller kleiner schöner Dinge steckt, die wir viel zu selten bewusst wahrnehmen.
Wenn Du Lust hast, mach gerne mit.
Das nächste Thema lautet: Unscheinbare Details.
Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.
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