Spuren und Abnutzung

Heller Pflasterboden eines Parkplatzes mit zwei schwarzen, geschwungenen Reifenspuren, die sich über mehrere Parkbuchten ziehen.

Diese Foto-Reihe ist meine kleine Challenge, um dranzubleiben, kreativ zu bleiben und im Alltag bewusster hinzusehen. Jede Woche nehme ich mir ein Thema vor und versuche, es fotografisch für mich umzusetzen.

Die letzten zwei Wochen waren fotografisch ergiebiger als sonst – der Urlaub hat mehr Zeit zum Fotografieren gebracht. Allein der Tagesausflug nach Hamburg (dazu gibt es in Kürze einen eigenen Beitrag) hat schon einen Teil der Bilder für diese Woche geliefert. Das Thema selbst brauchte dafür kaum Anlauf: Sobald man anfängt, bewusst nach Spuren und Abnutzung zu suchen, ist man fast überrascht, wie viel davon es gibt. Rost, abgeplatzte Farbe, Kratzer, liegen gelassene Dinge – das Motiv ist überall. Gerade deshalb fällt es im Alltag wahrscheinlich nicht so sehr auf.

Die eigentliche Schwierigkeit lag deshalb nicht im Finden, sondern im Aussortieren. Drei Rostbilder in einem Beitrag ergeben keinen Sinn, so gut jedes einzelne für sich auch vielleicht ist – am Ende sind eines vom Hamburger Containerdach und eines vom angerosteten Geländer geblieben, weil sie unterschiedliche Stadien und Texturen von Rost zeigen statt einer Wiederholung desselben Blicks.

Interessant war außerdem, dass man bestimmte Abnutzungen gut sehen, aber schlecht fotografieren konnte. Zum Beispiel die glatt gescheuerte Stelle eines Handlaufs, wo tausende Hände entlanggeglitten sind. Auf dem Foto verschwindet dieser Effekt fast, weil er über die Berührung viel deutlicher ist. Es gibt also Spuren, die man nicht unbedingt optisch wahrnehmen kann.

Was übrig geblieben ist, deckt trotzdem eine breite Spanne ab: die abgeplatzte Farbe an der Tür, Moos auf einer Stahlstrebe, Reifenspuren auf dem Parkplatz, Fußspuren auf dem Parkett, Katzenhaare auf der Abdeckung meines Plattenspielers, eine liegen gelassene Süßigkeitenverpackung auf einer Bank, eine Glühbirne mit Farbe nach der Renovierung. Kein einheitliches Material, aber ein einheitlicher Blick: Was bleibt zurück, wenn etwas benutzt, berührt, dem Wetter ausgesetzt oder einfach vergessen wurde.

Das nächste Thema lautet: Reflexionen und Spiegelungen. Ein Thema, das ich sehr mag (Danke für die Auswahl, liebe KI) und in meiner Fotografie gern einsetze. Umso mehr setzt mich das Thema ein wenig unter Zugzwang. 😉

Das Ergebnis gibt es in zwei Wochen. Ich habe den Zeitrahmen etwas erweitert, um ein wenig mehr Luft für die Aufgabe zu haben. Vielleicht hast Du ja Lust mitzumachen. Dafür brauchst Du keine Kamera — ein Handy reicht völlig aus. Und eigentlich geht es sowieso vor allem darum, es für Dich selbst zu tun und Spaß zu haben.

Durch einen Klick auf die Fotos werden sie in voller Größe dargestellt.

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