Eine total entschleunigte Insulaner-Hochzeit auf Langeoog

Bis auf wenige Ausnahmen werde ich von Paaren aus Syke und umzu, Bremen, Achim oder Oldenburg gebucht. Als die Anfrage von Katharina und Christian kam, schlug mein Herz um ein Vielfaches schneller. Eine Hochzeit auf Langeoog. Wie großartig ist das denn?!

Es war von vorn herein klar, dass ich auf jeden Fall einen Tag vorher anreisen würde, um mir ein wenig die Insel anzusehen und vorab schöne Stellen für die Paarfotos zu suchen. Was mir nicht bewusst war: Es ist gar nicht so einfach für nur eine Nacht ein Zimmer zu finden. Aber nach ein wenig Recherche wurde ich im Retro-Design-Hotel fündig.

Jegliche Sorgen und Stress lassen sich wunderbar am Festland zurücklassen, bevor man am Bensersiel ablegt und ihnen zurückschauend zuwinkt. Die Überfahrt alleine lässt schon ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen. Und spätestens, wenn Dir der Wind bei der Fahrt mit der Inselbahn um die Nase weht, zählt nur noch das Hier & Jetzt.

Bei einem Kaffee haben wir am Nachmittag den Ablauf für den nächsten Tag besprochen bevor es für mich geradewegs zum Strand ging. Diese scheinbar nie enden wollenden Strände, das viele Wasser und der Wind sind schon ein kleiner Traum. Und wie langsam die Zeit vergeht, wenn man mal gar nichts vor hat. Eine gefühlte Ewigkeit später endete der Tag für mich beim Inselitaliener und einem kurzen Fernsehabend.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber so ein Frühstück steht und fällt mit den Brötchen. Und die waren so grandios, dazu noch ein leckerer Kaffee - besser konnte der Tag nicht starten. Bis zum Beginn des Getting ready sollte es noch zwei Stunden dauern. Also nochmal ab zum Strand, die Seeluft genießen, dazu etwas Musik auf den Ohren und die Ruhe genießen.

Dann ging es endlich los. Das Getting ready der Jungs. Unspektakulär und kurz, wie es eigentlich immer ist. Ich finde es ja immer besonders witzig, wenn die Jungs sich anschließend wieder in den Jogger werfen und dann bis zur letzten Minute auf der Playstation zocken. Das war an diesem Tag zeitlich aber nicht drin.  

Von dort aus ging es weiter zum Friseur. Im Nachhinein muss ich jetzt noch über mich lachen, weil ich mir schon überlegt habe, wie ich auf der Insel von A nach B komme. Aber diesen Weg von vielleicht 200 Metern konnte sogar ich mir merken und bewältigen. Bei den Mädels war deutlich mehr los und zwischen der Fröhlichkeit die Anspannung greifbar.

Einen First look im Friseursalon hatte ich übrigens auch noch nie. Aber es hat wieder gezeigt, dass es überhaupt nicht um den Ort geht. Es geht um Emotionen und den Moment. 
Ganz traditionell ging es mit der Pferdekutsche zum Seemannshus, ein niedliches, kleines Häuschen, was aber auch zur Folge hatte, dass nicht mehr als zwanzig Personen an der Trauzeremonie in der Friesenstube teilnehmen konnten. Ein schöner Brauch ist es übrigens, dass das Paar nach der Trauung einen Pflasterstein mit den eigenen Initialen und dem Hochzeitsdatum in den Boden setzt. 

Nach vielen herzlichen  Umarmungen und noch mehr schönen Worten hatte ich das absolute Vergnügen mit den Beiden und dem Inselkutscher zu den Orten zu fahren, wo die Paarfotos entstehen sollten. Und so ein Insulaner ist wirklich der allerbeste Assistent. Ich bekam nicht nur Einblicke in die Historie und die aktuelle Bausituation auf der Insel, sondern echt tolle Tipps für besten Fotospots. Und so hat er auch einen Anteil daran, dass die Fotos so schön geworden sind.

Ebbe & Flut. Ein schöner Name, eine tolle und gemütliche Location für einen unvergesslichen Abend. Da ich die letzte Fähre erwischen musste, blieb die Aufgabe noch ein wenig Deko und Details zu fotografieren. Ich habe mir aber versichern lassen, dass die Party auch ohne meine Anwesenheit ein voller Erfolg war. 


Kurz vor der Abreise habe ich noch den Rat eines Kollegen befolgt, unbedingt noch ein Eis zu essen. Zusammen mit einem Spaghettieis fuhr ich also mit der Inselbahn zur Fähre und dann dem Festland entgegen. Knappe zwei Stunden später war ich auch schon wieder zu Hause, voller Freude meine Liebsten wiederzusehen, und wahnsinnig glücklich über die tolle Zeit und darüber die schönen Fotos im Gepäck zu haben.

Langeoog, ich komme gerne wieder.