Wenn Julia und Romeo (ich habe diese Namen gewählt, um jegliche Verbindung zu tatsächlichen Brautpaaren auszuschließen) heiraten wollen, suchen sie auch nach einem Hochzeitsfotografen. Ich möchte euch ein Stück weit zeigen, wie diese „Zusammenarbeit“ vom Erstkontakt bis zur Bildübergabe aus Meiner Sicht der Dinge aussieht und was für mich alles zu beachten ist, wovon das Paar jedoch nichts mitbekommt.

Gute 8 Monate sind nun seit der Buchungsbestätigung vergangen und langsam rückt der große Tag von Julia und Romeo doch näher. Es sind nur noch gut sechs Wochen – das verrät mir mein Kalendereintrag, denn Rechnung für die zweite Anzahlung ist zu versenden.

 

Die Rechnung bekommt Julia (immer noch und vermutlich bis in alle Ewigkeit Wortführerin) per Mail mit der Nachfrage, ob alles in Ordnung ist, ob ich noch etwas unterstützen kann und ob wir mal zusammen nach einem Termin für das letzte Telefonat vor der Hochzeit suchen wollen.

 

An einem ruhigen Abend etwa zwei Wochen vor der Hochzeit haben wir uns zum Telefonieren verabredet. Die Zeit rannte doch ein wenig und so viel ist in der Zwischenzeit passiert. Klar, dass wir uns darüber austauschen, an welchen Punkten bereits ein Haken ist und auch welche Punkte noch offen sind. In erster Linie geht es aber um den Ablauf des Hochzeitstages.

 

Wir gehen die Daten in dem Vertrag nochmal Stück für Stück durch. Stimmen die Adressen noch, die Uhrzeiten, die Reihenfolge? Haben sich Änderungen ergeben? Wurde inzwischen abgestimmt, ob ich während der Zeremonie freie Hand beim Fotografieren habe? Wird Julia zum Altar gebracht? Wo und in welchem zeitlichen Umfang wollen wir die Paarfotos machen? Das sind so typische Fragen, die wir klären und deren Antworten ich für mich stichwortartig festhalte, um sie nicht zu vergessen.

 

Am Ende unseres Telefonats ist Julia deutlich ruhiger und wirkt gar nicht mehr so aufgeregt. Manchmal haben solche Gespräche auch einen kleinen therapeutischen Nutzen – für beide Seiten.

 

Für mich beginnt jetzt auch langsam die Vorbereitung. Im Bildbearbeitungsprogramm lege ich schon entsprechende Ordner an, damit ich die Bilder nach der Hochzeit gleich importieren kann. Und auch die Akkus werden nun nach und nach aufgeladen. Für die zwei Kameras habe ich insgesamt vier Akkus, für die beiden Blitze, die ich lediglich auf der Party verwende, acht Sätze a vier Batterien. Das Aufladen dauert also seine Zeit.

Am Abend vorher werden die Taschen gepackt. Alle Speicherkarten werden nochmal geprüft und ggf. formatiert, die Objektive geputzt, Kameras überprüft und die Taschen mit Hilfe einer Checkliste eingeräumt. Denn neben dem üblichen Gedöns, das ich zum Fotografieren brauche, dürfen auch zum Beispiel Kleingeld (fürs Parken), Pflaster, Kopfschmerztabletten, Ersatzkontaktlinsen und Brille oder auch ein paar Flaschen Wasser, sowie Müsliriegel nicht fehlen. Müsliriegel retten mich echt ganz gut über den Tag.

 

Außerdem wird noch das Navi aufgeladen und mit allen wichtigen Adressen gefüttert. Achja, zur Sicherheit habe ich natürlich auch nochmal alle Adressen, sowie den Ablauf, wichtige Telefonnummern etc. in Papierform dabei. Und auch die Powerbank fürs Handy wird nochmal aufgeladen. So muss ich mir keine Sorgen machen, dass der Handyakku mal leer ist, falls ich das Handy als Notfallnavi nutzen muss oder abends meiner Frau mal eben schreiben möchte, dass alles okay ist. Was übrigens merkwürdig ist: Der Empfang ist zu 90% in Orten der Partylocations unterirdisch bis nicht vorhanden. Die Kleidung, sowie die Ersatzkleidung werden schon mal rausgehängt und nochmal abgefusselt.

 

An alles gedacht? Prima, dann kann ich mich jetzt ganz beruhigt zurücklehnen…DENKSTE! Denn nun beginnt die Phase in der ich bis zur Abfahrt am nächsten Morgen nochmal alles drölfzig Mal checken muss. Irgendeinen Tick hat ja irgendwie jeder…;)

Im nächsten Teil ...geht es ENDLICH LOS!