Wenn Julia und Romeo (ich habe diese Namen gewählt, um jegliche Verbindung zu tatsächlichen Brautpaaren auszuschließen) heiraten wollen, suchen sie auch nach einem Hochzeitsfotografen. Ich möchte euch ein Stück weit zeigen, wie diese „Zusammenarbeit“ vom Erstkontakt bis zur Bildübergabe aus Meiner Sicht der Dinge aussieht und was für mich alles zu beachten ist, wovon das Paar jedoch nichts mitbekommt.

Der erste Kontakt erfolgt in der Regel über das Kontaktformular auf meiner Homepage. Und so freue ich mich über die Mail, die ich dann in meinem Postfach finde.

Hallo,

 

wir suchen für unsere Hochzeit am xx.xx.xxxx in xxxxxxx einen Fotografen. Deine Fotos auf der Homepage

sind die absolut schönsten Hochzeitsfotos, die wir je gesehen haben. Hast Du an dem Tag noch Zeit? Wieviel

auch immer Du verlangst, wir werden Dich buchen und fürstlich entlohnen. Vielen Dank.

 

Julia

Naja, so ganz euphorisch sind die Anfragen in der Regel nicht, aber sie gehen in die grobe Richtung. GANZ grob. ;)

 

Es scheint übrigens ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass Julia die Kommunikation und die Organisation übernimmt. Romeo nimmt die Position des Beobachters ein.

 

Mein erster Blick geht nun in Richtung Kalender. Denn auch, wenn dieser für alle Romeos & Julias sichtbar ist, heißt es nicht, dass sie auch nachgeschaut haben, ob der Termin bei mir noch frei ist.

Manchmal ist das mit dem Blick in den Kalender gar nicht so einfach. ;)

Julia bekommt nun innerhalb von 24 Stunden eine entsprechende Antwort von mir. Diese erfolgt per Mail. Sofern der Termin bei mir tatsächlich schon vergeben ist, frage ich bei drei mir persönlich bekannten KollegInnen nach, wie es bei Ihnen aussieht und empfehle sie dann gerne entsprechend weiter.

 

Aber gehen wir einfach mal davon aus, dass ich Zeit habe - sonst wäre die Geschichte an dieser Stelle auch schon fertig erzählt, und das wäre doch schade.

 

Ich schreibe Julia also, dass ich noch Zeit habe und schicke ihr einen Link, der sie zu einer versteckten Unterseite meiner Homepage führt. Auf dieser Seite versuche ich zunächst eine kleine Hilfestellung zu geben, was den Umfang der Buchung angeht. Denn: Wenn man mit Hochzeiten noch nicht so in Berührung gekommen ist, weiß man auch gar nicht um die Möglichkeiten. So schildere ich kurz die einzelnen Teile des Hochzeitstages - vom Getting ready bis zur Party. Dazu kommen noch die Hinweise, dass sie von mir nicht nur einen Stick mit den Fotos bekommen, sondern auch eine individuelle Holzbox, ein paar ausgesuchte Fotos, eine passwortgeschützte Online-Galerie für die Gäste und auf Wunsch auch ein Fotobuch.

 

Und JETZT kommen wir „endlich“ zum Preis. Klar hätte ich den auch auf die Homepage sichtbar abbilden können. Aber mir ist es wichtig, dass den Beiden erstmal meine Bilder gefallen. Die Grundvoraussetzung für eine gelungene Fotoreportage ist Vertrauen. Vertrauen in mich und meine Arbeit. Über den Preis möchte ich mich und meine Arbeit nicht vorrangig definieren.

 

Julia und Romeo wissen nun in etwa, was auf sie finanziell zukommt – und noch viel mehr. Vielleicht sind auch noch andere Fragen aufgetaucht. Um diese zu besprechen, vor allem aber, damit sie den Typen mit der Kamera, der sie vielleicht den ganzen Tag begleiten soll mal persönlich kennenlernen können, erfolgt eine Einladung zu einem unverbindlichen Vorgespräch in unseren vier Wänden bei Kaffee, Tee, Cola, Wasser….satt und Kinderriegel natürlich. Denn es gibt für beide Seiten nichts schlimmeres, als den „großen“ Tag zusammen zu verbringen, wenn man sich nicht ausstehen kann.

 

Und wer ist an diesem Tag dichter am Brautpaar dran, als der Fotograf?

Im nächsten Teil erzähle ich ein wenig über die Vorbereitungen auf das Vorgespräch.