Die (berühmten) letzten Worte

Ich bin wahrlich nicht die große Leseratte, die ich gern wäre. Dafür fehlt mir - obwohl man mich so manches mal als personifizierte Ausgeglichenheit bezeichnet - zu oft die Ruhe im Kopf.

In der letzten Woche habe ich auf Empfehlung "Das Feld" von Robert Seethaler ausgelesen, dessen Klappentext mich von Anfang an sehr angesprochen hat.

 

"Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Ware es eine Geschichte oder eine Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl, eine Regung? "Das Feld" handelt von den letzten Dingen. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem großen Bild menschlicher Koexistenz."

Dieses Buch hat mich die ganze Woche immer wieder gedanklich beschäftigt. Wie unterschiedlich Menschen die zusammen leben oder sich sehr nahestehen unterschiedlich auf das eigene und das Leben der anderen blicken.

 

Unter der Woche habe ich übrigens "Marianengraben" angefangen zu lesen. Auch da geht es - in nachdenklich unterhaltsamer Weise - um den Tod. Das schöne an diesen Büchern ist: Im Grunde geht es viel mehr darum, über das Leben nachzudenken, als um das Lebensende. 

 

Ohnehin finde ich nicht, dass der Tod an sich ein schwieriges Thema ist. Er ist ein notwendiges Übel, ja. Das Ende von etwas. Aber auch der Beginn. Viel schwerer finde ich das Thema Trauerkultur - besonders in Deutschland. Wäre es nicht viel schöner zu feiern, dass jemand da war, als zu trauern, dass jemand gegangen ist. Oder zumindest könnte man es ja gleichermaßen versuchen. Das wäre ein Anfang.

Nach dem letzten gelesenen Wort habe ich mich gefragt, was ich über mein Leben sagen wollen würde.

 

Einen einzelnen Moment herauszuheben erscheint mir genauso schwer, wie falsch. Wie Unrecht würde ich den anderen Momenten tun. So ist auch der Hochzeitstag hoffentlich nie "der schönste Tag im Leben".

 

Ich würde lieber die große Keule der Lebensweisheiten rausholen, die ich selbst mal mehr, mal weniger gut befolge. Und ich würde die Wort mit dieser schönen Musik begleiten.

Nichts ist so schlimm, wie es sich im subjektiv schlimmsten Moment anfühlt. Es gibt immer einen Weg hinaus. In der Regel nicht sofort. Vermutlich ist der erste Weg hinaus nicht der Beste. Aber es ist erstmal ein Weg raus.

 

Gestehe Dir Fehler zu, bekleckere die Seiten Deines Lebens-Buches mit Kaffee, lass es ins Badewasser fallen und lege es zum Trocknen auf die Heizung und erinnere Dich durch das wellige Papier immer an diesen Moment. Mach Knicke in die Seiten, aber reiße sie nicht raus. All diese "Makel" sind wichtig, um auf den für Dich richtigen Weg zu gelangen und dort auch möglichst lang zu bleiben. Gib nicht zu schnell auf oder laufe weg, wenn es unbequem wird. Aber korrigiere die Richtung, sobald es wirklich aussichtslos ist. Niemand muss sein Leben aushalten müssen.

Höre nicht auf die Anderen, die meinen, alles besser zu wissen. Höre lieber auf die, die es tatsächlich besser machen. Genieße die kleinen Dinge des Lebens und staune, so oft Du kannst. Falls Du es verlernt hast: Kinder sind die besten Lehrer. Sollte ich selbst mal wieder dran denken.

 

Glaube nicht alles, was Du denkst. Sei nicht blind, aber lass das Leben laufen. Es kommt eh, wie es kommt.

Trauere den Menschen, die Dein Leben verlassen nicht (zu lange) hinterher. Es sind meist nur Begleiter eines Lebensabschnitts. Und das ist völlig okay. Freunde fürs Leben sind rar.

Glaube nie, dass Du unersetzlich bist. Du bist es nicht. Nicht im Beruf und nicht im Privaten. Und höre auf Dich für Deinen Arbeitgeber zu zerreißen. Eine Vier-Tage-Woche reicht völlig. Vielleicht reichen auch drei Tage. Und dann mach lieber mehr von dem, was Dir Spaß macht.

 

Schau genau, wem Du etwas anvertraust und sei wählerisch mit der Auswahl Deiner Freunde. Sei einfach nett und helfe, wenn Du kannst. Und sei viel mehr zufrieden, als glücklich. 

 

All die schlauen Sätze und Hinweise, die vermutlich alle irgendwo in den schönen Büchern von John Strelecky stehen, würde ich hinterlassen wollen. Ausschließlich auf mein Leben zurückblickend würde ich mir wünschen sagen zu können:

 

Schön war's! 

 

Aber das hat hoffentlich noch ein wenig Zeit.

Zwei Hinweise habe ich noch für Dich.

In jedem Artikel findest Du einen Song, den ich mag, der mir wichtig ist oder der irgendwie zum Artikel passt. Den jeweiligen Song habe ich im Artikel verlinkt. Die Sammlung aller Songs findest Du in meiner Spotify-Playlist genau HIER.

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