Hauptsache, ich bin da!

Mir wurde erst gestern klar, dass es ein schräger Anfang ist, die Woche freitags rückblickend zu betrachten und an einem Donnerstag mit "Kapitel 47" zu starten. Gestern begann aber nun mal mein 47. Lebenskapitel. Und die Wochentage fallen, wie sie fallen. Dann ist das jetzt so. Es geht heute rückblickend also nur um diesen einen Tag. Nur um den 6. Januar. Meinen 47. Geburtstag. Und wenn eh schon alles außer Kontrolle ist, gibt es auch mehr, als nur ein Foto von diesem einen Tag.

47. Wenn ich diese Zahl schwarz auf weiß sehe, fühlt sich das irgendwie nicht richtig an - 47. Echt jetzt? Okay, kurz nach dem Sport oder beim Akt des morgendlichen Aufstehens könnte das durchaus auch ein Zahlendreher sein. Da bin ich der 74 näher, als der 47. Grundsätzlich fühle ich mich aber nicht, wie 47. Sofern überhaupt mal jemand festgelegt hat, wie man sich mit 47 zu fühlen hat. Auszuschließen ist das in dieser merkwürdigen Welt nicht.

 

Ich habe dieses Trara um Geburtstage nie wirklich verstanden und finde die Zahl dahinter schon immer sehr nichtssagend. Ich habe speziell zu meinem Geburtstag auch ein eher eigenartiges Verhältnis. Es kommt dem Gefühl gleich, das ich habe, wenn ich mal aus Versehen bei "Bauer sucht Frau" oder ähnlichen Formaten reingerate. Es fühlt sich für mich merkwürdig an, Glückwünsche für meine Geburt entgegenzunehmen. Noch schlimmer ist es für mich, die Geschenke vor aller Augen auszupacken. Gefeiert habe ich meinen Geburtstag immer (bis auf den 18. und das war echt total blöd) im allerkleinsten Kreis. Quasi pandemiekonform - nur ohne Pandemie.

Mir ist und war mein Geburtstag nicht wichtig. Es gibt für mich nur drei Geburtstage im Leben, die wirklich wichtig sind. Ganz streng genommen ist es nur einer: Der Tag der Geburt. Was danach folgt ist ein kalendarischer Automatismus. So richtig kannst Du ja auch gar nichts dafür, dass Du geboren wurdest. Müsste man da nicht eher die Eltern jedes Jahr beglückwünschen? Oder ich ihnen danken?

 

Als nächstes kommt dann der 18. Geburtstag, weil man glaubt, man sei dann Erwachsen und könne machen, was man will. Ehrlicherweise ist in der Hauptsache das Gegenteil der Fall. Außer, Du schwimmst gegen den Strom der gesellschaftlichen Normen. Das ist aber ein anderes, sehr umfassendes Thema.

 

Tja, und dann ist da der Geburtstag, mit dem Du das Renteneintrittsalter erreichst. Ein Moment von dem viele Menschen sagen, da fängt das Leben erst an. "Wenn ich erstmal Rentner bin, dann...". Für mich ist eher der Tag, an dem Du von Gesetzes wegen den Stempel "gesellschaftlich irrelevant" erhältst. Das klingt vielleicht deprimierend. Aber nur, wenn Du Dir den Stempel nicht wegwischt.

Keine Sorge, es ist kein Tag, an dem ich mich einschließe, mir die Decke über den Kopf ziehe und mich in den Schlaf weine. Es ist ein Tag, wie jeder Andere. Außer, dass das Telefon öfter klingelt. Der gestrige Tag war richtig schön. So schön und im positiven Sinne unaufregend, wie diese Melodie. Mit einem schönen Familien-Frühstück, einem altersentsprechenden Mittagssschläfchen, einem Spaziergang mit den Pferden inklusive Sonnenuntergang und einem leckeren Abendessen.

 

So ein Geburtstag mit Gefühl von Alltag ist für mich ein gutes Zeichen. Denn irgendwie wäre es doch schade, wenn nur ein Tag im Jahr besonders wäre.


Zwei Hinweise habe ich noch für Dich.

In jedem Artikel findest Du einen Song, den ich mag, der mir wichtig ist oder der irgendwie zum Artikel passt. Den jeweiligen Song habe ich im Artikel verlinkt. Die Sammlung aller Songs findest Du in meiner Spotify-Playlist genau HIER.

Ich freue mich über jeden Kommentar und Gedanken von euch. Ich werde auch alle Kommentare (meist freitags) beantworten. Allerdings ist es so, dass ihr darüber nicht benachrichtigt werdet, denn eine direkte Antwort lässt der Webseitenanbieter blöderweise nicht zu. Das heißt, ich schreibe genauso einen Kommentar als "Gast", wie ihr. Solltest Du also einen Kommentar hinterlassen, schau gern wieder rein, damit Du meine Antwort auch mitbekommst. 



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Kommentare: 6
  • #1

    Katrin_Reisinger (Freitag, 07 Januar 2022 11:00)

    Huhu!!!
    Ich habe das Thema Geburtstag tatsächlich noch nicht so durchdacht, wie du das hier tust. Aber gefühlt geht's mir sehr ähnlich. Ich finde diese großen Feiern von Kollegen bspw. sehr anstrengend. Und ich breche in Schweiß aus, wenn ich nur daran denke, dass von mir so etwas zum nächsten Runden auch erwartet wird... Ich hab da nämlich gar keine Lust drauf. Viel lieber würde ich gerne einfach weg fahren...
    Viele Grüße und danke für deine tollen Bilder!!

  • #2

    Andreas (Freitag, 07 Januar 2022 11:28)

    @Katrin
    Ein kleiner Tipp: Dann mach es nicht und fahre weg! Ernsthaft.
    Es ist so schön nicht das zu tun, was erwartet wird. Und die Frage ist auch immer: WER erwartet das denn? Sind das die WIRKLICHEN Freunde? Ich glaube, die Menschen, die Dich richtig gut kennen und schätzen, würden das nie von Dir erwarten. Es sind wahrscheinlich eher die, die immer einen Grund suchen, um mal kurz aus ihrem Leben ausbrechen zu können, weil sie so unzufrieden damit sind. Nein sagen wird mit jedem Mal einfacher. Es gibt Situationen, da muss man wirklich durch und die Arschbacken zusammenkneifen. Aber einen Geburtstag groß feiern zu müssen gehört bestimmt nicht dazu.
    Vielen Dank für's Vorbeischauen und Deinen Beitrag. Und was die meine Bilder angeht: Danke. Gerne. :)

  • #3

    Martin W. (Freitag, 07 Januar 2022 11:33)

    Tja, das mit dem Geburtstag hab ich auch nie richtig verstanden (bei mir wars vor einiger Zeit immerhin schon der 57.).
    Meiner Meinung nach sollte da eher meine Mutter gefeiert werden, denn die hat den ganzen Ärger und die Arbeit gehabt. Neun Monate vorher, der Tag selber war für meine Mutter richtig übel (ich hab rumgezickt) und danach noch viele Jahre (bis heute?) den Bengel umsorgen und großziehen... Also, was habe ich denn dazu schon beigetragen?! ;-)
    jm2c, Martin

  • #4

    Henning (Freitag, 07 Januar 2022 11:41)

    Ich bin auch nicht der große Feierer und bin auch immer nicht besonders heiß auf Familienbesuche. Freut mich, dass du einen entspannten Tag hattest.

  • #5

    Andreas (Freitag, 07 Januar 2022 12:33)

    @Martin
    Ich mag Deine Gedanken dazu. :)

  • #6

    Andreas (Freitag, 07 Januar 2022 12:35)

    @Henning
    Ja, den hatte ich wirklich. Ich bin auch echt froh, eine recht kleine Familie zu haben. Auf Hochzeiten finde ich die Stimmung bei Großfamilien zwar oft sehr schön, aber der Blick von Außen reicht mir trotzdem. :)

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